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Ein kurzes Läuten erklingt, dann leuchtet das bläulich-weiße Licht ihres Smartphones auf und zeigt eine Nachricht von ihrem Vater an: „The dishonorable one killed your mother – Der Ehrlose hat eure Mutter getötet.” Figen erinnert sich: „Zunächst dachte ich, mein Vater macht mir wieder Angst; es wäre nicht das erste Mal. Aber ich habe gespürt, dass es diesmal anders ist. Ich wusste, dass meine Mutter wirklich gestorben ist und habe meine Großmutter angerufen; mit der Hoffnung sie sei noch am Leben, das ungute Gefühl sei nur eine Täuschung.“ Nach dem ersten Klingeln geht ihre Großmutter an das Telefon: „Mein Beileid. Wir sind auf dem Weg euch abzuholen. Seid bereit.“

 

Der Ex-Mann ihrer Tante Habibe Çevik ermordet seine ehemalige Frau und Figens Mutter, Fatma Akta, mit einer unlizenzierten Waffe im Haus ihrer Großmutter in Izmir. Die Schwestern wohnten nach der Trennung von ihren Ehemännern wieder mit ihrer Mutter zusammen. Habibe hat sich vor sechs Jahren von ihrem Ehemann getrennt. Der Scheidungsprozess von Figens Eltern lief noch. Obwohl beide einvernehmlich die Trennung wollten, hat ihr Vater ihre Mutter weiterhin belästigt und ständig seine Schwiegermutter über sie ausgefragt.

Er wollte wissen, wie sich Fatma kleidet, ob sie arbeiten geht und sich mit jemanden trifft.

„Obwohl unser Antrag auf „Kontakt- und Näherungsverbot“ genehmigt wird, terrorisierte mein Vater meine Mutter weiterhin. Immer wieder wartete er alkoholisiert vor ihrem Arbeitsplatz auf sie und verfolgte meine Mutter bis zu der Haustür”. Denn die Männer wissen, dass viele Unterlassungsklagen von der Polizei gar nicht erst angenommen, die Bestrafungen zu halbherzig – manchmal überhaupt nicht – ausgeführt werden. „Es muss sich ändern, dass Polizisten weibliche Opfer häuslicher Gewalt nach Hause schicken, ohne dass sie eine Anzeige gegen ihren Ehemann oder Partner gestellt haben. Die Männer wissen, dass sie keine wirklich nennenswerte Strafe erwartet, weil  sie an die patriarchische Gesellschaftsordnung der Richter appellieren ”.

 

Auch Ihr Onkel wurde zu drei Monaten Haft im offenen Vollzug verurteilt, weil er seine Ex-Ehefrau mit Morddrohungen terrorisierte. Am 16. Juli 2019, dem Tag seines Vollzuges, wird ihm ein Freigang genehmigt. Er wartet vor dem Haus auf die Schwestern und verwirklicht seine Drohung; er erschießt die beiden Frauen in deren Wohnzimmer. Eine Woche nach dem Tod meiner Mutter rief mich mein Vater unerwartet an. Ich sollte in 15 Minuten vor der Haustür sein. As ich mich in das Auto setzte, schlägt er urplötzlich auf das Lenkrad ein. Wieder einmal war er betrunken.“ „Ich wusste nicht, dass er auch eure Mutter umbringt”, sagt ihr Vater unvermittelt. Figen ist davon überzeugt, dass ihr Vater das Geld für die Mordwaffe gegeben hat und am den Mord beteiligt ist.

 

 

„Look, I'm here with you again, your father.“ Nihat visits the grave of his Helin daughter each day. He carefully touches the cold black marble, removes single wilted flower petals.

Helin Palantöken is on her way back home, wanders along the short distance from school to the station when Mustafa unexpectedly gets out of his car and points a newly bought shotgun at her and two friends.

„Don't do that“, Helin's desparate attempt to stop Mustafa is in vain. While her friends get slightly wounded, the 17-year-old young woman dies at the crime scene.

Izmir, Turkey.

Pinar Ünlüer, a 29-year-old woman, was waiting for her son in front of the School when her ex-boyfriend

appeared in front of her. He killed her with a shot gun after she refused to marry him. The killing was recorded by the cameras of a workplace. She was shot with a shotgun on the 3rd of December 2012.

Ismails Çet (64), the father of Şule Çet who died on May 29, 2018 from a suspicious fall from the 20th floor of a plaza in Ankara. “I can’t get out of here. The man is obsessed with me. He won’t let me go. I wish I hadn’t come,” she wrote in a text to a friend shortly before her death. Nevertheless, it was claimed to be suicide. After heavy campaigning by women‘s rights groups, Şule’s case was reopened as a murder investigation. Çagatay Aksu and Berk Akand, have since been indicted by the public prosecutor’s office on suspicion that they first sexually abused the 23-year-old student and then murdered her by throwing her out of the window of an office tower in Ankara.

Öznur Sazlar; Eskisehir

Öznur holt sich ihre Jacke aus ihrem Schlafzimmer. Sie will diese Nacht bei ihrer Schwester verbringen. Als sie die Zimmertür leise hinter sich schließt, huscht ihr Blick zum Ex-Mann. Er steht auf der Türschwelle der Küche. Mit einem tückischen Ausdruck im Gesicht hält er seine Hände hinter dem Rücken versteckt. Er geht auf sie zu. Nach ein paar Schritten greift er unvermittelt nach ihren Haaren, zerrt sie brutal zu Boden, schleift sie in das Badezimmer. Öznur liegt mit dem Rücken auf dem kalten Boden. Das Messer hat eine kurze, biegsame Klinge. Ihre Schreie hallen von den nackten, weißen Kacheln zurück, während Öznur ihre Hände auf ihre Brust drückt; um Herz und Lunge zu schützen. Er sticht in die Nähe ihres Herzes. Öznur schreit um Hilfe, schreit ihn an: „Bitte, hör auf! Denk an unseren Sohn.“ Niemand hört die Frau. Blanke Wut hat von ihrem Ex-Mann Besitz ergriffen. Unaufhörlich sticht er weiter zutrifft zweimal die Lunge, schneidet durch ihren Handrücken, zersticht ihre Finger. Insgesamt fünfzehn Mal attackiert er sie, bis sie sich kaum mehr zu Bewegen scheint. Dann erst lässt er sie dort auf dem Boden liegen und geht den Flur runter. Hastig zerrt er an den Schubladen in der Küche und sucht nach einem Messer mit fester Klinge. „Du musst hier sofort verschwinden, sonst bringt er dich um“, denkt Öznur. Mit aller letzter Kraft stemmt sie sich vom Boden hoch, zerrt die Tür auf. Ihre blutüberströmten Hände hinterlassen Spuren an den gelblichen Wänden im Flur als sie taumelnd die steilen Treppen runterhetzt. Barfuß geht Öznur den Gehweg runter, schaut dabei immer wieder über ihre Schulter nach hinten – will sich vergewissern, dass er sie nicht verfolgt. All das festgehalten von der Überwachungskamera eines Imbiss-Restaurant nur einige Schritte von ihrem Haus entfernt.

Die Aufnahmen einer Kamera zeigen den Moment der Tat. Die Frau wurde von ihrem Ex-Ehemann in  in Ümraniye brutal getötet.

 

 

“Once walking down the street an older man stopped in front of me, observed me from tip to toe while his expression changed. He spit at me.

In his eyes, I disgraced my family ́s good name by wearing a T-Shirt, showing too much skin. Another man called me “bitch”, says Cansu.

She experienced that in her hometown Van; a city in eastern Turkey.

 

Esra Kotan:

Am 15. August 2019 wird Merve Kotan (19) von Muhammet Gürsoy mit einer

Schrotflinte getötet. Vier Mal wollte sich Merve von ihm trennen. Er bedrohte sie jedoch

ihre Familie zu töten. Mehrmals kommt sie während der achtmonatigen Beziehung mit

Blutergüssen nach Hause; behauptete gegenüber ihrer Familie sie habe sich mit einer

Freundin gestritten oder sei die Treppe runtergefallen. Sie wusste, wenn ihre Eltern den Grund für die Verletzungen wissen, dass die Situation eskaliert. Merve entschied sich zu schweigen und ihre Traue und Angst in ihren Tagebüchern

Eine verwackelte Aufnahme mit dem Smartphone aufgenommen. Die hysterischen Laute eines jungen Mädchen sind zu vernehmen, während drei Personen im Hintergrund hektisch versuchen aus dem Geschäft ins Freie zu gelangen. “Mama. Mama stirb nicht”, fleht das junge Mädchen. Sie weint hemmungslos und greift mit ihren Händen nach ihrer Mutter und berührt sie an ihren schwarzen Haaren.

Die Frau trägt eine blütenweiße Bluse und einen Rucksack auf dem Rücken. Mit der rechten Hand hält sie an ihre Kehle. Sie ist zuerst nur von der Seite zu sehen. Das Ausmaß der Tat ist erst nach ihrem Wenden zur aufnehmenden Person zu erkennen; denn die Vorderseite ihrer einst weißen Bluse ist getränkt mit ihrem eigenen Blut. Sie versucht vergeblich die Wunde an ihrer Kehle zu schließen. Panisch schreit sie “Ich möchte nicht sterben” und scheint dabei direkt in die Kamera zu schauen.

Ihr Name ist Emine Bulut. Es sind die letzten Aufnahmen der 38-jährigen Türkin, die von ihrem Ex-Mann vor den Augen ihrer zehnjährigen Tochter in einem Schnellimbiss erstochen wurde.

 

EMINE AKBABA

The sound of the slamming front door echoes in the quiet apartment as footsteps descended the unfinished concrete steps and gradually subside in the distance.  Açelya, half asleep, pulls up the warm blanket once more, when unexpectedly the peaceful peace is disturbed by loud, consecutive four shots in front of the house. Açelya hurried immediately to the balcony and watched the scene she was facing. The sunken body of her mother Fatma lies on the narrow footpath. Only the chasteness of her breath breaks the silence as she walks towards her mother. The young woman still suspects that the loud shots have frightened her mother Fatma and that she has fainted as a result - but the woman lies motionless on the floor in her own blood. Fatma dies in the arms of her daughter. The woman is now very much committed to women's justice in Turkey. Her mother complained about her colleague. Zeynel sees this as a personal attack. He has the feeling "to have lost his face in front of the people". An expression that reflects the patriarchal social order in Turkey.

 

The outline of a person on the asphalt marks the exact crime scene where Gülten Güllüm was killed by three bullets to the head on December 6, 2018. Leading up to her death, she was constantly threatened with calls and messages.

“I will kill you” was one of them.

In Mersin, a young turkish student, Özgecan Aslan was travelling home on a minibus in the southeast seaside province of Mersin when a man tried to rape her.

When she retaliated with pepper spray, he stopped and beat her to death with a iron bar before enlisting his father and a friend to help dispose of her body by burning, cutting her body in pieces and dumping it in a river. Unlike many of the other murdered woman, her story got international attention and spread all over the world.

Finally women from every corner of Turkey dared to hope for a better future. This was the last straw. Her brutal death has sparked mass protests in Turkey and prompted women to share their stories of sexual harassment, violence and fear in a growing Twitter campaign #sendeanlat (tell your story), as well as sharing their tactics they have resorted to, such as wearing a wedding ring or getting off a bus early to avoid being the last passenger.

Mersin, Turkey, November 21, 2016.

 

After a long day she was finally on her way back home, almost reached the car when her husband suddenly appeared in front of Yasemin and their son. He tried to convince the woman over and over again. Under the orange tree Yasemin was murdered by her husband after they had been been separated for more than 1.5 years at that time.

He slits Yasemin ́s throat close to a kindergarten where where she was a teacher.

Yasemin ́s fate was not and will not be a singular case in Turkey. She was murdered by the hand of men, simply for harming their beloved Turkish honor of men and family members. Yasemin Çetiner (42) died on the 10th of December 2014, Mersin, Toroslar.

Ayla is just one of many mothers in Turkey who lost her young daughter by the hand of a man. In a harsh voice, she tells of the death of her daughter Esra and granddaughter Beren: The initial pressure on his part quickly turns into a threat. He lurks outside the front door, waiting for Esra and her five-year-old daughter Beren to be at home alone - as Gökhan reports in his trial. Shortly after seven o'clock in the morning he rings the doorbell. Full of rage Gökhan drove seven hours through the night to her. The evening before, a friend of Esra's had told him that she would not return his confession of love and would like to marry again. This lie was supposed to discourage the approach of her ex-husband, but has the opposite effect.

 

On 27 March 2017, Gökhan slits the throat of his ex-wife and daughter. He spends the whole day with the corpses. He impatiently waits for Esra's brother and mother, who live together in the apartment. They, too, are to pay with their lives, he later tells in court. With a light smile on her lips she says: ''My little 4-year-old baby, my 29-year-old daughter. May Allah bless you. I can't forget her. That is impossible. Beren was just starting to talk. She said to me "my sweet grandmother", always and everywhere. She and her mother were something special".

 

 

Hatice Kurt (46) wurde am 27.03.2020 mitten auf

der Straße von ihrem Ex-Ehemann erschossen.

 

 

WOMEN PHOTOGRAPH

Sie schreibt auf, wie er sie täglich mit einer Waffe bedroht, sie mit dem Gürtel erwürgen wollte. Seit ihrer Hochzeit am 24.09.2016 mit Ahmet Kara schreibt sie – bis zu ihrem Tod am 7.09.2017. Medine hängt tot am Seil in ihrer Wohnung. Sie hat sich angeblich erhängt. Vor einigen Tagen hat sie noch ihre Schwester Nuray in Adana besucht und wollte eigentlich um Geburtstag ihres Neffen am 11. September zurückkommen. Ein Tag vor ihrem Tod ruft Ahmet ihren Bruder Hasan an. Er sagt; „Kommt vorbei und holt euch eure Schwester. Entweder bringt sie mich um oder ich bringe sie um.“ Und legt sofort auf. Nuray ruft Medine unzählige Male an. Sie antwortet nicht. Deshalb ruft Nuray Ahmet an. Seine Antwort auf ihre Frage, warum sich ihre Schwester nicht meldet, ist; „Du kannst sie nicht erreichen.“ Um eine Uhr in der Nacht klingelt Nurays Telefon. Ihr Bruder Hasan ruft an, sagt ihr, sie soll sofort ein Auto finden und ins Krankenhaus kommen. „Ist sie gestorben?“ will Nuray wissen. Er sagt nein. Als sie jedoch die Polizisten im Krankenhaus antrifft und nach ihrer Schwester fragt, sagen die Beamten; „Mein herzliches Beileid.“ Nuray ist davon überzeugt, dass ihre Schwester vorsätzlich getötet wurde. Ihr Selbstmord von ihrem Ehemann inszeniert wurde. „Sie wurde umgebracht. Es waren zwei Personen. Wie kann es sein, dass sein Bruder Mehmet früher als die Polizei an dem Tatort erscheint, wenn er 15 Kilometer von ihnen entfernt wohnt. Ich habe sie in ihrem Brautkleid übergeben und in einem Leichentuch wieder nach Hause gebracht.“ Weder Medines Ehemann noch seine Familie erscheint am Begräbnis. Die Polizei sperrt den Tatort nicht ab; drei Tage nach Medines Tod, betritt Ahmet mit seiner Familie die Wohnung. Laut der Polizei ist dem Ehemann der unbewachte Zutritt erlaubt. Nuray glaubt, dass der Tatort verändert; Beweismaterial zerstört und entwendet wurde. Denn ohne Beweise kann der Mord an Medine nicht nachgewiesen werden. Ohne Beweise wird die Ermittlung eingestellt.

Die Frauen werden erschossen, erstochen, geköpft , zu Tode geprügelt, ihnen wird die Kehle aufgeschnitten, manche werden lebendig verbrannt. Die Frauen werden ermordet, da sie sich „moralisch verwerflich“ verhalten haben und dieses Verhalten den kulturellen Erwartungen nicht entspricht. Sie verletzen dadurch die “Ehre” der Männer und bringen Schande über ihre Familien.

 

Münevver Kizil, Istanbul

 

Sie waren für eineinhalb Jahre ein Paar. Wollten Heiraten. Nach vielen

Schwierigkeiten in der Beziehung trennt sich die 36- Jährige, denn sie war schon in

ihrer ersten Ehe der Gewalt ausgesetzt. Eine erneute wollte sie unter diesen

Bedingungen vermeiden. Seit ihrer Trennung in 2013 terrorisiert und bedroht Seyfettin Münevver unaufhörlich. Wollte sie mit dem Auto überfahren, versuchte sie in ihrer Wohnung zu erwürgen, vor der Schule ihrer Tochter hält er ihr eine geladene Waffe an die Taille. Er hört nicht auf sie zu bedrängen und erscheint immer wieder vor der Wohnung auf. Münevver erhält unzählige Bedrohungen.

“Unaufhörlich sendet er mir Nachrichten. Hunderte. Unter diesen vielen Drohungen, ist eine Nachricht wichtig; “Ich werde dich an deinem schönsten Tag vernichten. Deine Liebsten werde ich Dir wegnehmen. Du wirst dem Rollstuhl angewiesen sein und dein Gesicht überschütte ich mit Säure”, erzählt Münevver. Lediglich eine Geldstrafe von 600 Lira muss er für seine Drohung zahlen. “Ich fühle den Tod jeden einzelnen Tag in meinem Nacken. Seit sieben Jahren nun. Menschen sterben und werden erlöst.

 

Ich jedoch sterbe immer und immer wieder. Wen wieder einmal in den Nachrichten über den Tod einer Frau berichtet wird, sehe ich mich selber dort auf den Boden liegen. Nach wie vielen Tagen werden sie mich vergessen haben? Wer wird sich noch an mich erinnern?

Necmiye Ceren Baran (20) was killed at one of the most crowded spots in Ankara by her ex-boyfriend, a police officer. She did not reply to his confession of love and was shot with a shotgun on the 10th of May 2016.

I

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Istanbul, Turkey 2016

A 35-year-old woman was on her way to the post office in the mornig in Istanbul when her ex-husband suddenly appeared in front of Çiğdem Koç. He stabbed her up to 25 times to death while they have been separated for more than 10 years at that time. She died on the 11th of October 2016.

The killing was recorded by the cameras of a workplace.

Birgül Bilal wurde von İrfan Çengel am 15.10.2019 mit der mitgebrachten Schrotflinte erschossen und begeht an-schließend Suizid.

 

„Du gehörst mir”

Laut der Frauenrechtsorganisation ‚‚Kadin cinayetleri, Frauenmorde‘‘, die Gewalt gegen Frauen verfolgt, seien 1964 Frauen zwischen 2010 und 2020 für chauvinistische ‚‚Rechtfertigungen‘‘ ermordet. Im letzten Jahr seien 474 Frauen von Männer getötet. Allerdings handelt es sich hier um eine Dunkelziffer, da keine offiziellen Statistiken über die Frauenmorde geführt werden.

Die Frauen werden ermordet, da sie sich „moralisch verwerflich“ verhalten haben und

dieses Verhalten den kulturellen Erwartungen nicht entspricht. Sie verletzen dadurch die “Ehre” der Männer und bringen Schande über ihre Familien. Gewalt gegen Frauen ist ein Problem auf der ganzen Welt, aber im internationalen Vergleich ist die Zahl an Gewalttaten in der Türkei besonders hoch. Fast jede zweite Frau wird Opfer von Gewalt.

 

Drei bis Fünf Frauen werden täglich in der Türkei getötet. Die meisten Frauen werden von ihren Ehemännern oder Lebenspartnern umgebracht, da sie eine Scheidung oder Trennung verlangen, deren Liebesgeständnisse nicht erwidern, sich gegen Missbrauch wehren und nach Selbstbestimmung streben.